13.05.2010 08:20 Zu InsideOut Talk Prof. Dr. Ernst-Dieter Lantermann
Der Vortrag Lantermanns war sehr schön, wenn auch der vorgetragene Text eher ein Lese- denn ein Redetext war.
Ich fand erstaunlich und erfreulich, dass sowohl die Zuhörer als auch der Redner - ganz grob gesagt natürlich – die Ausstellung (die trotzdem auf ihre Weise sehr beeindruckend ist) eher kritisch sahen.
Die Metapher vom "Don Quichotte des Weltverstehens" spiegelt das ganz gut wieder. Wenn gute Philosophie ihre Zeit auf den Begriff bringt, wie man sagt, dann könnte gute Kunst ihre Zeit vielleicht ins Bild setzen. Aber ist Zipp in dieser Hinsicht ein Zeitgenosse? Setzt er das 21. Jahrhundert ins Bild. Oder ist er nicht wie Don Quichotte jemand, der nicht auf der Höhe der eigenen Zeit arbeitet und (etwas überzogen gesagt) gegen bloß eingebildete Gegner ankämpft? Oder besser: sich mit Problemen rumschlägt, die nicht wiederspiegeln, wer wir heute sind, in welcher Welt wir leben. Lantermann macht diesen Aspekt zwar stark, hegt aber offensichtlich dennoch eine gewisse Sympathie für den Künstler, der wie Don Quichotte (den man ja auch, trotz oder wegen seiner „Fehler“ mag) unermüdlich und unbeirrbar bleibt. Dieses Unermüdliche und Unbeirrbare schätzt Lantermann, wenn ich es recht verstanden habe. Vielleicht wollte er aber auch seiner (recht deutlichen) Kritik mit der ambivalenten Figur des Don Quichotte ein wenig die Spitze nehmen?
Mir selbst erscheint Zipp ein wenig wie ein Salon-Künstler, der es dem Betrachter erlaubt, aus sicherer Distanz (gewissermaßen im schönen Hotel-Abgrund, wie es manchmal heißt) eine wohlbekannte Problemlage zu begutachten, bei der er auf „gesichertes Wissen“ zurückgreifen kann … der Betrachter kann (im Gespräch oder für sich selbst) ein wenig Foucault zitieren oder auch über die Dialektik der Aufklärung raisonieren, wofür sich natürlich ein Ort, wie das Fridericianum besonders anbietet - und sich alles in allem sehr wohlfühlen.
In derselben Kunsthalle findet sich in irgendeiner Vitrine ein vergoldetes Hirn. Das scheint mir eher auf der Höhe der Zeit zu sein. Eine Zeit, wo ein kruder Naturalismus die Menschen dazu bringt sich für Biomaschinen mit Gehirn zu halten … fitte optimierbare Körper eben.
09.05.2010 23:28 Heute in der Ausstellung (WHITE REFORMATION CO-OP) MENS SANA IN CORPORE SANO von Thomas Zipp gewesen. 15Uhr Führung
Alles Verboten:
white room, die Liegen, das berüren der Büsten, Rauchen, Leben?
Eine beeindruckende Ausstellung und eine ausgezeichnete Führung. Ein ganz großes Lob an die Vortagende.
Danke,
lotta aus göttingen
08.01.2010 19:12 Ich wollte Sie einmal kurz zu der tollen Navid Nuur Ausstellung beglückwünschen - sie hat mir ausserordentlich gut gefallen! Ich bin mir sicher, dass man von dem jungen Künstler in Zukunft mehr hört/sieht, das Team vom Fridericianum hat ja schon in der Vergangenheit oft einen guten Richer bewiesen... Ausserdem ist ihr Personal in den Räumen und an der Kasse sehr nett und hilfsbereit! Werde wieder öfter kommen. Grüsse NL
21.06.2009 20:53 Bemerkung zur Finissage des Ausstellungsprojekts Frühling.
Als Elternteil eines der Kinder, die bei der Ausstellung "Frühling" mitgewirkt haben, bekam auch ich eine Einladung zur Finissage, worüber sich neben mir auch andere Eltern gefreut haben. Als wir dann am Eingang zur Kasse gebeten wurden, war diese schnell vorbei. Ist das Ihre Art an Eintrittsgelder zu kommen? Den mitwirkenden Kindern freien Eintritt zu gewähren, (wohl aus reiner Grosszügigkeit) und die Eltern dann zur Kasse bitten, wohl wissend, daß diese ihre Kinder nicht alleine lassen können oder wollen.
Für mich hat der Begriff "Einladung" eine Andere Bedeutung.
Dieser Vorfall nimmt mir Die Lust weitere Ausstellungen in Ihrer Kunsthalle zu Besuchen und wirft ein schlechtes Licht auf die Künstlerische Leitung!
W. Fahrmeier
22.06.2009 17:33 Sehr geehrter Herr Fahrmeier,
leider handelt es sich hier meines Erachtens um ein Missverständnis. Unsere Kulturinstitution ist, wie alle anderen, kostenpflichtig für Besucher/innen, nicht aber für die teilnehmenden Künstler/innen (im Falle der Ausstellung 'Frühling' sind das die Kinder). Für das Zustandekommen dieser außerordentlichen Ausstellung wurden von Seiten der Kunsthalle Fridericianum sehr hohe Aufwendungen, sowohl finanziell wie auch personell, betrieben. Zusätzlich wurde die Ausstellung an zwei Elterntage für Eltern der teilnehmenden Kinder gratis geöffnet. Dies wurde über die teilnehmenden Schulen, Kitas und Horte breit kommuniziert. Zudem ist die Kunsthalle an jedem Mittwoch gratis zugänglich, an den anderen Tagen ist die Institution kostenpflichtig. Dazu stehen wir nach wie vor, weil wir der Meinung sind, das auch kulturelle Produkte ernst zu nehmende Produkte sind.
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Zu InsideOut Talk Prof. Dr. Ernst-Dieter Lantermann Der Vortrag Lantermanns war sehr schön, wenn auch der vorgetragene Text eher ein Lese- denn ein Redetext war. Ich fand erstaunlich und erfreulich, dass sowohl die Zuhörer als auch der Redner - ganz grob gesagt natürlich – die Ausstellung (die trotzdem auf ihre Weise sehr beeindruckend ist) eher kritisch sahen. Die Metapher vom "Don Quichotte des Weltverstehens" spiegelt das ganz gut wieder. Wenn gute Philosophie ihre Zeit auf den Begriff bringt, wie man sagt, dann könnte gute Kunst ihre Zeit vielleicht ins Bild setzen. Aber ist Zipp in dieser Hinsicht ein Zeitgenosse? Setzt er das 21. Jahrhundert ins Bild. Oder ist er nicht wie Don Quichotte jemand, der nicht auf der Höhe der eigenen Zeit arbeitet und (etwas überzogen gesagt) gegen bloß eingebildete Gegner ankämpft? Oder besser: sich mit Problemen rumschlägt, die nicht wiederspiegeln, wer wir heute sind, in welcher Welt wir leben. Lantermann macht diesen Aspekt zwar stark, hegt aber offensichtlich dennoch eine gewisse Sympathie für den Künstler, der wie Don Quichotte (den man ja auch, trotz oder wegen seiner „Fehler“ mag) unermüdlich und unbeirrbar bleibt. Dieses Unermüdliche und Unbeirrbare schätzt Lantermann, wenn ich es recht verstanden habe. Vielleicht wollte er aber auch seiner (recht deutlichen) Kritik mit der ambivalenten Figur des Don Quichotte ein wenig die Spitze nehmen? Mir selbst erscheint Zipp ein wenig wie ein Salon-Künstler, der es dem Betrachter erlaubt, aus sicherer Distanz (gewissermaßen im schönen Hotel-Abgrund, wie es manchmal heißt) eine wohlbekannte Problemlage zu begutachten, bei der er auf „gesichertes Wissen“ zurückgreifen kann … der Betrachter kann (im Gespräch oder für sich selbst) ein wenig Foucault zitieren oder auch über die Dialektik der Aufklärung raisonieren, wofür sich natürlich ein Ort, wie das Fridericianum besonders anbietet - und sich alles in allem sehr wohlfühlen. In derselben Kunsthalle findet sich in irgendeiner Vitrine ein vergoldetes Hirn. Das scheint mir eher auf der Höhe der Zeit zu sein. Eine Zeit, wo ein kruder Naturalismus die Menschen dazu bringt sich für Biomaschinen mit Gehirn zu halten … fitte optimierbare Körper eben.
Heute in der Ausstellung (WHITE REFORMATION CO-OP) MENS SANA IN CORPORE SANO von Thomas Zipp gewesen. 15Uhr Führung Alles Verboten: white room, die Liegen, das berüren der Büsten, Rauchen, Leben? Eine beeindruckende Ausstellung und eine ausgezeichnete Führung. Ein ganz großes Lob an die Vortagende. Danke, lotta aus göttingen
Ich wollte Sie einmal kurz zu der tollen Navid Nuur Ausstellung beglückwünschen - sie hat mir ausserordentlich gut gefallen! Ich bin mir sicher, dass man von dem jungen Künstler in Zukunft mehr hört/sieht, das Team vom Fridericianum hat ja schon in der Vergangenheit oft einen guten Richer bewiesen... Ausserdem ist ihr Personal in den Räumen und an der Kasse sehr nett und hilfsbereit! Werde wieder öfter kommen. Grüsse NL
Es posible "Nuevos Ricos" en español?
Vermittlung answer
Dear Isabel, you can find information about Nuevos Ricos in Spanish on www.nuevosricos.com
Bemerkung zur Finissage des Ausstellungsprojekts Frühling. Als Elternteil eines der Kinder, die bei der Ausstellung "Frühling" mitgewirkt haben, bekam auch ich eine Einladung zur Finissage, worüber sich neben mir auch andere Eltern gefreut haben. Als wir dann am Eingang zur Kasse gebeten wurden, war diese schnell vorbei. Ist das Ihre Art an Eintrittsgelder zu kommen? Den mitwirkenden Kindern freien Eintritt zu gewähren, (wohl aus reiner Grosszügigkeit) und die Eltern dann zur Kasse bitten, wohl wissend, daß diese ihre Kinder nicht alleine lassen können oder wollen. Für mich hat der Begriff "Einladung" eine Andere Bedeutung. Dieser Vorfall nimmt mir Die Lust weitere Ausstellungen in Ihrer Kunsthalle zu Besuchen und wirft ein schlechtes Licht auf die Künstlerische Leitung! W. Fahrmeier
Rein Wolfs answer
Sehr geehrter Herr Fahrmeier, leider handelt es sich hier meines Erachtens um ein Missverständnis. Unsere Kulturinstitution ist, wie alle anderen, kostenpflichtig für Besucher/innen, nicht aber für die teilnehmenden Künstler/innen (im Falle der Ausstellung 'Frühling' sind das die Kinder). Für das Zustandekommen dieser außerordentlichen Ausstellung wurden von Seiten der Kunsthalle Fridericianum sehr hohe Aufwendungen, sowohl finanziell wie auch personell, betrieben. Zusätzlich wurde die Ausstellung an zwei Elterntage für Eltern der teilnehmenden Kinder gratis geöffnet. Dies wurde über die teilnehmenden Schulen, Kitas und Horte breit kommuniziert. Zudem ist die Kunsthalle an jedem Mittwoch gratis zugänglich, an den anderen Tagen ist die Institution kostenpflichtig. Dazu stehen wir nach wie vor, weil wir der Meinung sind, das auch kulturelle Produkte ernst zu nehmende Produkte sind.